Das Heidelberger Elterntraining

Mit dem empirisch fundierten und wissenschaftlich evaluierten Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung bietet das ZAPP Berlin eine effektive Maßnahme für sogenannte Late Talker an.

Als Late Talker werden Kinder mit einem verspäteten Sprechbeginn bezeichnet, die mit 24 Monaten weniger als 50 Wörter sprechen und/oder keine Zweiwortsätze bilden. Late Talker entwickeln sich in den anderen Entwicklungsbereichen altersentsprechend. Um ihren Rückstand im Spracherwerb aufzuholen und präventiv Folgeprobleme zu vermeiden sowie ihre Eltern von einer großen Unsicherheit zu entlasten, wird eine möglichst frühe Intervention empfohlen. Dabei hat sich das Heidelberger Elterntraining als sehr wirksam erwiesen.

Das Heidelberger Elterntraining wurde 2003 von Dr. Anke Buschmann entwickelt und im Sozialpädiatrischem Zentrum des Universitätsklinikums Heidelberg erprobt. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Längsschnittstudie konnte die Wirksamkeit des Elterntrainings nachgewiesen werden.

Im Rahmen dieses Gruppenprogramms werden den Eltern im Sinne der Sprachförderung Maßnahmen vermittelt, die im Alltag eingesetzt werden können, um die Sprachentwicklung des Kindes zu unterstützen. 


Das Heidelberger Elterntraining zur frühen Sprachförderung wurde für Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen von zwei- bis dreijährigen Kindern mit verzögertem Spracherwerb entwickelt. 


Ziel ist die sprachliche Förderung des jungen Kindes durch Anleitung der engsten Bezugspersonen zu einem bewusst sprachförderlichen Umgang mit ihrem Kind in alltäglichen Situationen. Denn es ist nicht entscheidend, wie viel Zeit man mit seinem Kind verbringt, oder dass man besonders viel mit seinem Kind spricht. Es ist wichtiger, die vielen kurzen Gesprächsmomente beim Essen, Anziehen, Spielen, Aufräumen, Bücher anschauen usw. zu nutzen und feinfühlig auf die sprachlichen Äußerungen des Kindes einzugehen.

Im Heidelberger Elterntraining lernen die Eltern/Bezugspersonen mögliche Gründe für einen verspäteten Sprechbeginn kennen. Zudem erfahren die TeilnehmerInnen, welche Rolle sie für den Spracherwerb des Kindes spielen und wie sie ihr Kind im Alltag gezielt sprachlich anregen können. Besonders zur Sprachförderung geeignete Situationen wie das gemeinsame Spiel werden konkret besprochen und geübt.

Durch die Anleitung der Eltern/Bezugspersonen zu einem bewussten sprachlichen Umgang mit dem sprachentwicklungsverzögerten Kind soll dessen Kommunikations- und Sprechfreude erhöht werden. Dadurch entstehen mehr gemeinsame Gespräche, in denen der Wortschatz des Kindes gezielt erweitert werden kann und das Kind somit bald in der Lage ist, erste Sätze zu bilden.

Das Elterntraining kann nicht in jedem Fall eine Sprachtherapie ersetzen. Insbesondere bei Defiziten im Sprachverständnis kann begleitend oder im Anschluss an das Elterntraining eine gezielte individuelle Sprachtherapie notwendig sein. 


Die Zielgruppe sind Eltern/Bezugspersonen zwei- bis dreijähriger Kinder mit verzögertem Spracherwerb.
Das Training wurde für Bezugspersonen von Kindern konzipiert, die zum Zeitpunkt der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchung U7 eine deutliche Verzögerung in der sprachlichen Entwicklung aufweisen, sich ansonsten jedoch weitgehend altersentsprechend entwickeln (sog. Late Talker). Als Kriterium für eine verzögerte Sprachentwicklung gelten ein aktiver Wortschatz von weniger als 50 Wörtern und/ oder das (fast) vollständige Ausbleiben von Zweiwortkombinationen. Häufig verständigen sich die Kinder mit einfachen Wörtern wie „da“ oder „wau-wau“ und zeigen auf Dinge, die sie interessieren. 

Die Eltern/Bezugspersonen lernen,

  • Ursachen der verzögerten Sprachentwicklung kennen.
  • das Kind mit seinen Schwierigkeiten besser zu verstehen.
  • ihre Rolle für einen erfolgreichen Spracherwerb kennen.
  • ihr sprachliches Verhalten so zu verändern, dass dem Kind der Spracherwerb erleichtert wird.
  • ihre Sprache so anzupassen, dass das Kind rasch neue Wörter und erste kleine Sätze lernt.

Zudem erfahren die Eltern/Bezugspersonen, wie sie
  • ihr Kind ohne Druck sprachlich fördern können.
  • alltägliche Situationen zur Sprachförderung nutzen.
  • das Buchanschauen mit dem Kind sprachförderlicher gestalten können.
  • ihr Kind beim gemeinsamen Spiel sprachlich fördern.
  • mit ihrem Kind noch mehr Spaß bei Bewegungsliedern haben.
  • sprachhemmende Situationen vermeiden können.
Die Inhalte werden vermittelt durch
  • Präsentation
  • Gemeinsames Erarbeiten
  • Videoillustrationen
  • Üben in Kleingruppen
  • Häusliches Üben
  • Besprechen eigener Videosequenzen
Organisation
  • das Training richtet sich an Eltern und andere wichtige Bezugspersonen des Kindes.
  • Die Kinder nehmen nicht an den Sitzungen teil.
  • Das Training findet in einer Gruppe von maximal zehn Personen statt.
  • Das Training enthält sieben Sitzungen zu je zwei Stunden, die im zweiwöchigen Abstand stattfinden.
  • Nach einem halben Jahr findet eine Nachschulung statt.
  • Zu jeder Sitzung erhalten die TeilnehmerInnen schriftliches Material zum Nachlesen der Inhalte.
  • Vor dem Training findet eine Überprüfung der sprachlichen Fähigkeiten des Kindes statt.
  • Mit den Eltern wird ein persönliches Vorgespräch geführt.
  • Auf Anfrage gibt es die Möglichkeit zur Individualberatung bzw. Schulung in einer Kleingruppe von 2-4 Personen. 

Kosten & Preise

Preise und Termine auf Anfrage

Weitere Informationen zum Heidelberger Elterntraining finden Sie hier:
www.heidelberger-elterntraining.eu
www.zel-heidelberg.de